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Fell, Fastrau, Thomm
Schieferort Fell
Denkmalort Fell
Weinort Fell
Jüdischer Friedhof, Fell
Fastrau
Nachbarort Thomm
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Flaams - Dutch
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Ortsteil Fastrau
Fastrau

Der Ortsname Fastrau wird erstmals im 11. Jahrhundert als "Vastrau" erwähnt. Trümmerreste auf der Gemarkung lassen eine Besiedlung allerdings schon zur Römerzeit vermuten. Aus dem 15. Jahrhundert sind die Ortsnamen "Fasterau" und "Vasterauwe" belegt, was soviel wie "kleiner freier Platz" bedeutet.
Die Gemeinde Fastrau ist heute durch Eingemeindung ein Ortsteil von Fell.
Das Ortsbild wird geprägt von Schieferbruchsteinhäusern aus dem 19. Jahrhundert (die allerdings später meistens verputzt wurden).
Quereinhäuser

Entlang der Hauptstraße stehen die für die ländliche Region typischen Trierer "Quereinhäuser". Die "Quereinhäuser" sind Bauernhäuser, in denen die Wohnräume und die Wirtschaftsräume (Stall, Scheune) unter einem Dach liegen. Der Wohn- und der Wirtschaftsbereich ist von der Traufseite aus, d.h. "quer", zugänglich. Haustür und Scheunentor liegen auf einer Seite (in der Regel entlang der Hauptstraße). Das typische Trierer Quereinhaus ist zweigeschossig und zweiraumtief und wird mitunter auch auch als "Lothringer Quereinhaus" bezeichnet (da es auch in Lothringen weit verbreitet ist).

Die Quereinhäuser in Fastrau sind durch Umbauten und Modernisierungen weitgehend architektonisch überformt. Der ursprüngliche funktionale Typ als Quereinhaus ist aber noch in vielen Häusern erkennbar. An der Ecke der Hauptstrasse ("Moselstrasse")/Klosterstrasse steht noch ein urtümliches nahezu unverfälschtes Quereinhaus, die Klosterstrasse 2.

Quereinhaus Klosterstrasse 2
Das Haus Klosterstrasse 2 ist ein mustergültiges Beispiel für ein Quereinhaus. Das 1850 erbaute Anwesen (Inschrift über der Tür: AR 1850 MC) hat sich fast unverändert erhalten. Das seit längerem unbewohnte Haus hat immer noch die typischen hölzernen Sprossenfenster, das original klassizistische Türblatt und die ursprünglichen Gewänder um Fenster, Tür und Tor aus weißem Sandstein. Der weitausladende Torbogen hat in der Mitte einen ornamentalen Schlussstein. In der zweiflügeligen senkrechten Verbretterung des Tores ist eine Tür eingelassen. Urtypisch ist auch die Schieferdeckung des Krüppelwalmdaches mit dem hölzernen Gesimbrett. Der Keller des Anwesens hat von der Hauptstrasse aus einen Zugang über ein Tor mit Sandsteingewändern und mächtigem Schlussstein. Die Fassade ist verputzt, während die Giebelseiten noch in unverputztem Zustand das schöne Bruchstein-Mauerwerk aus lokalem Schiefer zeigen.
  1. Schieferdach
  2. Ortgangbrett und Windleiste (statt Dachüberstand)
  3. Dachgesims (statt Dachüberstand)
  4. doppelflügeliges Sprossenfenster
  5. Sandsteinbänke und Fassungen
  6. Klappläden
  7. Schieferbruchstein (oftmals später verputzt)
  8. Holztor und Holztüren
  9. Sandsteinblockstufen








Kirche St. Stefan

Am höchsten Punkt des Ortes liegt die katholische Filialkirche St. Stefan. Das Kirchenschiff mit den Rundbogenfenstern wurde 1825 erbaut und trägt ein Zeltdach. Neben der Kirche liegt ein kleiner mit Schieferbruchsteinmauer eingegrenzter Friedhof. Auf dem Friedhof steht ein nahezu 3 m hohes Kreuz in neugotischer Form mit eisernem Korpus von 1884
Das Wegekreuz

Das Wegekreuz wurde 1766 als Totengedächtnis gestiftet in Gedenken an den damals verstorbenen "DOCDER DER MEDICIN" (Sockel-Inschrift) Peter Meirich. Es besteht aus einem 2,60 m hohen Schaftkreuz aus Sandstein. Das Kreuz mit dem plastisch herausgearbeiteten Corpus Christi hat kleeblattförmige Enden. Am Fuß des Kreuzes befindet sich das Stiftermonogramm PMAMK in einer sog. "Muschelkartusche" und darunter nochmals die Jahreszahl 1766.
Der Froschbrunnen

Zwischen Kirche und Hauptstrasse liegt der mit einer Schieferbruchsteinmauer eingefasste Kirchhof. Auf dem Kirchhof befindet sich der neuzeitliche "Froschbrunnen". Auf einer Säule thront ein überdimensionaler Frosch und erinnert an die Zeit, als noch in den Feuchtgebieten längst des Feller Baches die Frösche quakten.
Die Fastrauer Mühle

Zwischen Fell und Fastrau liegt die Fastrauer Mühle. Der älteste Teil der Fastrauer Mühle geht auf das Jahr 1642 zurück, wie eine Türinschrift belegt. Das zweigeschossige Gebäude trägt ein mit Schiefer gedecktes Walmdach. Zur Straßenseite hin ist in das Gebäude eine offene auf Sandsteinsäulen ruhende Laube integriert, ein seltenes baugeschichtliches Beispiel einer schlichten Laube aus dem 17. Jahrhundert.
Die Mühle hatte ursprünglich ein oberschlächtiges Wasserrad, das vom Feller Bach gespeist wurde. Die Fastrauer Mühle (Privatbesitz) wurde im Jahre 2003 restauriert.